Meine Tunesien-Reise: Eine Kameltour in die Sahara

12. März 2014 um 13:24 Uhr

Author Helge
1300 Kilometer Küste und die Sanddünen der weltweit größten Wüste machen Tunesien zu einem lohnenswerten Reiseziel. Ich lasse mich von den politischen Unruhen in diesem herrlichen nordafrikanischen Staat nicht beeindrucken und buche eine Reise in die Heimat Hannibals.

In einem Meer aus Souvenirs – baden in Hammamet

Die Küstenstadt dient mir als Ausgangspunkt für meinen Kamelritt durch die Sahara. Bevor ich allerdings auf dem Rücken eines Wüstenschiffes Platz nehme, steht Erholung auf dem Programm. Ein geschäftstüchtiger Kameltreiber rennt den ganzen Tag mit seinem vierbeinigen Schützling die Bucht auf und ab und ruft unaufhörlich „riding camel, riding camel„. Ich sehe einem Badegast beim Besteigen des Tieres zu und rutsche nervös auf meinem Handtuch hin und her: Das sieht echt kompliziert aus, hoffentlich blamiere ich mich nicht. Eine echt faszinierende Tierwelt!

Ich wische den peinlichen Gedanken eines Sturzes fort und aale mich wieder im seichten Mittelmeer. Gegen Abend spaziere ich in die Medina von Hammamet. Die ummauerte Altstadt ist extrem romantisch und versprüht einen unbestechlichen Flair. In den Souks werde ich da und dort von einem fliegenden Händler angesprochen, empfinde es aber nicht als belästigend. Im Gegenteil, die Geschichtenerzähler, Schlangenbeschwörer und Wasserträger erscheinen wie ein orientalisches Unterhaltungsprogramm.

Kamel ist nicht gleich Kamel – gemächlich durch die Sahara

Am nächsten Morgen bringt man mich nach Douz, wo ein friedliches und gutmütiges Kamel schon auf mich als Reiter wartet. Ich habe Glück mit „Hasim“. Mein tierischer Begleiter für die nächsten drei Tage macht seinem Namen alle Ehre: Er zeigt sich tatsächlich als der „Freundliche“. Ich bin froh, dass ich bei der Kamelvergabe tiefgestapelt habe. Zwar kann ich mit Sattel und Steigbügel umgehen, aber ich habe dies im Gegensatz zu einer anderen Reisenden nicht geäußert.

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Sie hat nun mit einem extrem störrischen Dromedar zu kämpfen. Die ganze Gruppe reitet einträchtig nebeneinander her, nur sie übt sich als Einzelkämpferin. Einmal bleibt das Tier bockig stehen und mag keinen Schritt mehr gehen, dann galoppiert es in einem irren Tempo an uns vorbei, um nach zwei Kilometern unvermittelt die Bremse einzulegen. Sanft hin und her schaukelnd gibt mir Hasim allerdings die Möglichkeit, die Schönheit dieser endlosen Ödnis in mich aufzusaugen.

Ankunft in einer Oasenstadt – Tunesien erleben

Wir sind heute morgen schon um vier Uhr aufgestanden und haben im Sand sitzend auf ein Naturschauspiel gewartet. Den Fotoapparat im Anschlag, sehne ich den Sonnenaufgang herbei, denn die Nächte in der Sahara können empfindlich kühl werden. Plötzlich berührt ein Lichtstrahl den Horizont, wird von Minute zu Minute größer und schließlich klettert ein Feuerball über den Rand der Wüste. Innerhalb kürzester Zeit entfaltet die Sonne ihre ganze Kraft und es wird heiß.

Nach einer Stunde zu Kamel kommt mir die Oasenstadt Bled el Djerid wie eine Fata Morgana vor. Die tausenden Dattelpalmen scheinen auch auf Hasim zu wirken. Er beschleunigt seine Schritte und steuert geradewegs auf die Brunnen zu. Die Dame mit dem rasanten Kamel ist schon lange dort. Erschöpft sitzt sie auf einer Bank und fragt, ob ich nicht mit ihr tauschen möchte. Ich überhöre die Frage und wende mich den Händlern zu.

Den Mund voller Datteln – Reisen in Tunesien

Ich habe Hasim richtig ins Herz geschlossen und deshalb fällt mir nach meinem dreitägigen Kamelritt der Abschied von ihm schwer. Auf seinem Rücken durfte ich die Anmut und Freiheit der Wüste erleben und den süßlichen Geschmack frischer Datteln genießen.

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Bildquelle: shutterstock.com – Adisa

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